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TARDOC in der Praxissoftware: Umstellung richtig einrichten

Christoph Kuling, Gründer & IT-Berater
Veröffentlicht: 25. August 2026
Aktualisiert: 25. August 2026

TARDOC läuft über die Praxissoftware: Update, Stammdaten, Favoriten, Testabrechnung und Schulung. Die Checkliste mit typischen Stolpersteinen für vitomed, Amétiq, Axenita, curaMED und Co.

Auf einen Blick (TL;DR): Die TARDOC-Abrechnung steht und fällt mit der Praxissoftware: Seit dem 1. Januar 2026 müssen Tarifkatalog, Stammdaten, Favoriten und Vorlagen auf die neue Struktur umgestellt sein, sonst drohen Rückweisungen und Mehraufwand. Die etablierten Schweizer Anbieter liefern TARDOC-Versionen und Updates; die eigentliche Arbeit liegt im sauberen Neuaufbau der Abrechnungsroutinen und in der Schulung des Teams. Dieser Ratgeber zeigt die Schritte, typische Stolpersteine und wo die einzelnen Software-Lösungen stehen.

Hinweis: Verbindliche Angaben zu Updates, Modulen und Terminen macht Ihr Software-Anbieter; die Tarifregeln definieren OAAT AG und Tarifpartner (Stand: August 2026). Dieser Beitrag beschreibt das herstellerunabhängige Vorgehen aus IT- und Organisationssicht.

Warum hängt die TARDOC-Abrechnung an der Praxissoftware?

Der neue Tarif existiert für die Praxis nur so gut, wie ihn die Software abbildet: Der TARDOC bringt komplett neu strukturierte, 8-stellig nummerierte Positionen, die Aufteilung in AL und IPL sowie neue Minutagen und Limitationen (die Unterschiede im Detail). Erfassung, Regelprüfung und elektronische Rechnungsstellung laufen vollständig über die Praxissoftware. Ein veralteter Tarifkatalog oder ungeprüfte Favoritenlisten führen deshalb direkt zu fehlerhaften Rechnungen und Rückweisungen der Versicherer.

Wie stellen Sie Ihre Software auf TARDOC um?

  • 1.Softwarestand klären: Ist die installierte Version TARDOC-fähig, und ist der aktuelle Tarifkatalog (TARDOC 1.4c) eingespielt? Laufen Tarif-Updates automatisch ein?
  • 2.Backup sichern: Vor jedem grösseren Update gehört ein getestetes Backup, bei lokalen Installationen nach der 3-2-1-Regel
  • 3.Stammdaten umstellen: Leistungskataloge, Tarifzuordnungen und Mandanten-Einstellungen auf TARDOC prüfen
  • 4.Favoriten und Leistungsblöcke neu aufbauen: Alte TARMED-Favoriten nicht 1:1 kopieren, sondern Position für Position gegen den neuen Katalog prüfen, Minutagen und Limitationen haben sich geändert
  • 5.Testabrechnung durchführen: typische Konsultationen und die häufigsten Leistungen der Praxis testweise erfassen und die Rechnungsstellung prüfen
  • 6.Schnittstellen testen: elektronische Übermittlung (z. B. via HIN), Labor, Trust-Center und Versicherer-Rückmeldungen
  • 7.Team schulen: MPA und Ärzteschaft in der konkreten Erfassung in der eigenen Software, nicht nur in der Tariftheorie
  • 8.Rückweisungen überwachen: die ersten Abrechnungsläufe auswerten und Erfassungsfehler systematisch korrigieren
  • Wo stehen die einzelnen Praxissoftware-Anbieter?

    Die etablierten Schweizer Lösungen bieten TARDOC-Unterstützung an; Umfang, Update-Weg und Schulungsangebot unterscheiden sich. Neutral zusammengefasst in unseren Software-Profilen:

  • Cloud/Browser: Axenita, curaMED (Swisscom Health), amétiq siMed, E-PAT, E-Medicus
  • Windows-basiert: vitomed, WinMed, AESKULAP
  • Apple/macOS: tomedo
  • Genossenschaftsmodell: die Ärztekasse mit MediWin CB und MediOnline, laut Anbieter mit TARDOC-Schulungen, Tarifbrowser und Tarif-Werkzeugen
  • Bei Cloud-Lösungen spielt der Anbieter Tarif-Updates zentral ein; bei lokalen Installationen gehört das Update in die Praxis-IT-Planung (Backup, Wartungsfenster, Test). Den verbindlichen Stand für Ihre Version bestätigt immer der Anbieter.

    Welche Stolpersteine kosten Geld?

  • Favoriten blind kopiert: Alte TARMED-Vorlagen enthalten Positionen, die es so nicht mehr gibt oder die anders limitiert sind, jede Vorlage gehört einmal sauber neu aufgebaut
  • Minutagen ignoriert: Zeitbasierte Positionen sind neu kalkuliert; wer nach altem Muster erfasst, rechnet falsch ab
  • Pauschalen-Fälle falsch zugeordnet: Pro Behandlung gilt entweder eine ambulante Pauschale oder TARDOC, die Software muss den richtigen Weg vorschlagen
  • Keine Testabrechnung: Fehler fallen erst mit den ersten echten Rückweisungen auf, dann ist der Korrekturaufwand am grössten
  • Update ohne Backup: Ein fehlgeschlagenes Tarif-Update ohne aktuelles Backup gefährdet im schlimmsten Fall die Abrechnungsdaten
  • Schulung aufgeschoben: Unsichere Erfassung im Team bedeutet liegengebliebene Leistungen und Rückweisungen
  • Welche IT-Basis braucht die Umstellung?

    Herstellerunabhängig gilt: getestetes Backup vor jedem Update, stabile HIN-Anbindung für den Rechnungsversand, funktionierende Schnittstellen zu Labor und Trust-Center und ein sicheres, segmentiertes Praxisnetzwerk. Bei Cloud-Software kommt die redundante Internetanbindung dazu. Details: die richtige IT-Infrastruktur für die Praxis.

    Herstellerunabhängige Begleitung: avenios stellt die IT-Basis der TARDOC-Umstellung sicher, Backup, HIN, Schnittstellen, Netzwerk, und koordiniert auf Wunsch die Update-Termine mit Ihrem Software-Anbieter. Die tarifliche Schulung übernehmen Software-Anbieter und Fachverbände. Kostenloses Erstgespräch

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Prüfen Sie in der Software die eingespielte Tarifkatalog-Version (aktuell TARDOC 1.4c) und fragen Sie Ihren Anbieter nach dem offiziellen TARDOC-Stand Ihrer Version. Bei Cloud-Lösungen ist das Update meist zentral erfolgt; bei lokalen Installationen braucht es ein geplantes Update mit Backup.

    Ja, das ist der wichtigste manuelle Schritt. TARMED-Favoriten lassen sich nicht sinnvoll 1:1 übernehmen, weil Positionen, Minutagen und Limitationen neu sind. Bauen Sie die häufigsten Vorlagen der Praxis gegen den neuen Katalog auf und prüfen Sie sie mit einer Testabrechnung.

    Massgebend ist in der Regel das Behandlungsdatum: Leistungen aus der TARMED-Zeit werden nach dem damals gültigen Tarif fakturiert, neue Leistungen nach TARDOC. Wie lange Ihre Software beide Kataloge parallel führt und wie Nachfakturierungen laufen, klären Sie mit dem Software-Anbieter.

    Der Software-Anbieter liefert Update und software-spezifische Schulung; FMH, kantonale Ärztegesellschaften und Abrechnungsdienstleister bieten Tarif-Schulungen an; der IT-Partner sichert Backup, HIN-Anbindung, Schnittstellen und Netzwerk. Sinnvoll ist eine klare Aufgabenteilung vor dem Update-Termin.

    In der Regel nein, TARDOC ist ein Software- und Prozessthema. Prüfenswert ist die Umstellung trotzdem als Anlass: Wenn Server oder Arbeitsstationen ohnehin am Lebensende sind, lässt sich das Update mit einer geplanten Erneuerung kombinieren, statt zweimal Wartungsfenster zu blockieren.

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    Über 10 Jahre Erfahrung in IT-Infrastruktur und Managed Services für medizinische Einrichtungen in der Deutschschweiz.

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