IT für die Zahnarztpraxis: Software, Bildgebung & Sicherheit
IT für die Zahnarztpraxis: Dental-Software, digitale Bildgebung, Netzwerk und Datenschutz, plus sichere Archivierung von DVT- und Röntgenbildern, aus einer Hand.
Auf einen Blick (TL;DR): Die IT einer Zahnarztpraxis ähnelt der einer Arztpraxis, ist aber deutlich bildgebungslastiger. Dental-Software, digitales Röntgen, DVT-3D und Intraoralscanner erzeugen grosse Datenmengen, die schnell verfügbar, sicher gesichert und über Jahre archiviert sein müssen. Abgerechnet wird nicht über TARMED/TARDOC, sondern über den Zahnarzttarif der SSO (DENTOTAR sowie UV/MV/IV und KVG). avenios betreut Arztpraxen und Zahnarztpraxen in der Deutschschweiz und plant, baut und betreibt die gesamte Praxis-IT, herstellerneutral und aus einer Hand.
> Hinweis: avenios verantwortet die IT, nicht die Tarif- oder Rechtsfragen. Dieser Beitrag ordnet die IT einer Zahnarztpraxis ein. Welche Dental-Software konkret passt und wie im Detail abgerechnet wird, klären Sie mit dem Anbieter und der SSO, die technische Infrastruktur dahinter richten wir ein und betreiben sie.
Was unterscheidet die IT einer Zahnarztpraxis von einer Arztpraxis?
Im Kern wenig, im Detail viel. Die Grundbausteine sind dieselben wie in jeder Praxis, doch die Gewichtung verschiebt sich klar Richtung Bildgebung und grosse Datenmengen.
| Bereich | Arztpraxis | Zahnarztpraxis |
|---|---|---|
| Praxissoftware | allgemeinmedizinische Systeme | Dental-Software (ZaWin, ergodent, Denteo u.a.) |
| Abrechnung | TARMED/TARDOC | DENTOTAR und SSO-Tarif (UV/MV/IV, KVG) |
| Bildgebung | teils Röntgen, Ultraschall | sehr bildlastig: Röntgen, DVT-3D, Intraoralscanner |
| Datenmenge | moderat | hoch, durch 3D-Volumen und Scans |
| Geräte-Anbindung | Labor, HIN | Röntgen, Scanner, Behandlungseinheit, Dentallabor |
Die Software-Landschaft ist eine eigene: Statt der bekannten Arztpraxis-Systeme nutzen Zahnarztpraxen spezialisierte Dental-Software. Diese verwaltet Patienten, Termine und die zahnärztliche Abrechnung. Die Namen sind hier nur zur Orientierung genannt, die Auswahl trifft die Praxis nach ihren Anforderungen.
Wie wird in der Zahnarztpraxis abgerechnet?
Über den Zahnarzttarif der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO, nicht über die Arzttarife. Je nach Fall gilt der UV/MV/IV-Tarif, der KVG-Tarif oder für Privatpatienten der DENTOTAR. Jeder Leistung ist eine Anzahl Taxpunkte zugeordnet, die Rechnung ergibt sich nach einer einfachen Formel. Die SSO bringt es auf den Punkt: «Taxpunktzahl (TPZ) x Taxpunktwert (TPW) = Kosten der Leistung» (SSO Zahnarzttarif).
Für die IT heisst das vor allem: Die Dental-Software muss diese Tarife und ihre Taxpunktwerte korrekt führen und die Rechnung sauber aus der Behandlung erzeugen. Mehr zur Grundlage der Abrechnung stellt die SSO unter DENTOTAR bereit. Die fachliche Leistungserfassung bleibt Sache der Praxis, die zuverlässige technische Umgebung dahinter ist unsere Aufgabe.
Warum ist die digitale Bildgebung der grösste IT-Faktor?
Weil sie die Datenmengen bestimmt. Eine moderne Zahnarztpraxis erzeugt täglich Bilder aus mehreren Quellen: digitales Röntgen, die digitale Volumentomografie (DVT) für dreidimensionale Aufnahmen von Kiefer und Zähnen sowie Intraoralscanner, die statt eines Abdrucks ein hochauflösendes 3D-Modell erstellen. Gerade DVT-Volumen und Scans sind gross, und über die Jahre summiert sich das erheblich.
Diese Bilddaten brauchen dieselbe geordnete Verwaltung wie in der Radiologie: ein Archiv, das über den DICOM-Standard mit den Geräten spricht, ein schnelles Netzwerk, damit grosse Aufnahmen ohne Verzögerung am Behandlungsstuhl erscheinen, und ein getestetes Backup. Die Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber DICOM Viewer und PACS für die Arztpraxis, die passende Hardware und ein belastbares Backup-Konzept gehören zwingend dazu. Genau hier liegt der grösste Unterschied zur klassischen Arztpraxis.
Wie lange müssen Zahnarzt-Röntgenbilder aufbewahrt werden?
Lange, und das prägt die Speicherplanung. Röntgen- und DVT-Aufnahmen gehören zur Krankengeschichte und unterliegen der Aufbewahrungspflicht. Lange galt eine Mindestfrist von zehn Jahren, doch seit die Verjährungsfrist bei Personenschäden 2020 auf zwanzig Jahre verlängert wurde, fällt die Empfehlung höher aus. Der EDÖB hält fest: «Es kann also regelmässig von einer Aufbewahrungsfrist von 20 Jahren ausgegangen werden» (EDÖB).
Praktisch bedeutet das: Ein Bildarchiv muss zwei Jahrzehnte zuverlässig lesbar bleiben, über Gerätewechsel hinweg und inklusive Backups. Deshalb sind ein offener Standard wie DICOM und ein erweiterbares, gesichertes Speicherkonzept so wichtig, gerade bei den grossen 3D-Daten einer Zahnarztpraxis.
Welche IT-Sicherheit braucht die Zahnarztpraxis?
Dieselbe Sorgfalt wie jede Praxis, denn auch Zahnarztpraxen bearbeiten besonders schützenswerte Gesundheitsdaten. Vier Punkte gehören zum Fundament:
Wie diese Bausteine in eine stabile Gesamtinfrastruktur passen, zeigt der Überblick zur IT-Infrastruktur für die Praxis.
Cloud oder lokaler Server für die Zahnarztpraxis?
Beides ist möglich, die grossen Bilddaten machen die Frage aber spitzer als in der Arztpraxis. Ein lokaler Server hält Bildarchiv und Software im Haus und liefert grosse DVT-Volumen ohne Internet-Abhängigkeit schnell an den Stuhl. Cloud-Lösungen punkten mit flexiblem Speicher und integriertem Backup, brauchen dafür eine schnelle, redundante Internetanbindung. Viele Praxen fahren gut mit einem leistungsfähigen lokalen Archiv plus Cloud-Backup. Wichtig in beiden Fällen: Die Daten bleiben in der Schweiz. Die grundsätzliche Abwägung beschreibt der Ratgeber Server oder Cloud für die Arztpraxis, die Logik gilt für Zahnarztpraxen genauso, nur mit grösserem Gewicht auf Speicher und Tempo.
Planen Sie eine Zahnarztpraxis oder kämpfen Sie mit langsamer Software und unübersichtlichen Bilddaten? Wir betreuen die komplette IT Ihrer Zahnarztpraxis: Dental-Software-Umfeld, Bildgebung, Netzwerk, Backup und Sicherheit, herstellerneutral und in der ganzen Deutschschweiz. Kostenloses Erstgespräch · IT-Infrastruktur im Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zahnarztpraxen verwenden spezialisierte Dental-Software statt der allgemeinmedizinischen Praxissysteme. Verbreitet sind in der Schweiz unter anderem ZaWin, ergodent, Denteo und Swiss Medical Record. Diese Systeme verwalten Patienten, Termine, Behandlungen und die zahnärztliche Abrechnung und binden Röntgen- und Scanner-Geräte an. Die Auswahl trifft die Praxis nach Fachrichtung, Grösse und gewünschten Schnittstellen.
Über den Zahnarzttarif der SSO. Je nach Fall gilt der UV/MV/IV-Tarif, der KVG-Tarif oder für Privatpatienten der DENTOTAR. Jeder Leistung sind Taxpunkte zugeordnet, die Kosten ergeben sich aus Taxpunktzahl mal Taxpunktwert. Die Dental-Software führt die Tarife und erstellt die Rechnung direkt aus der Behandlung. TARMED und TARDOC betreffen die Zahnmedizin nicht.
Mehr als eine vergleichbare Arztpraxis, weil die Bildgebung viel Datenvolumen erzeugt. Digitales Röntgen, vor allem aber DVT-3D-Aufnahmen und Intraoralscans summieren sich über die Jahre stark. Wichtig ist deshalb ein grosszügig dimensioniertes, erweiterbares Archiv mit getestetem Backup. Die genaue Grösse hängt von Geräten und Patientenzahl ab und sollte mit dem IT-Partner geplant werden.
Röntgen- und DVT-Aufnahmen gehören zur Krankengeschichte. Historisch galt eine Mindestfrist von zehn Jahren. Weil die Verjährungsfrist bei Personenschäden seit 2020 zwanzig Jahre beträgt, geht der EDÖB regelmässig von einer Aufbewahrungsfrist von 20 Jahren aus. Das Bildarchiv muss also rund zwei Jahrzehnte lesbar und gesichert bleiben, danach sind die Daten zu löschen.
Sobald eigene Bildgebung im Spiel ist, lohnt sich eine geordnete Bildverwaltung. Ein Archiv nach DICOM-Standard speichert Röntgen-, DVT- und Scanner-Daten zentral, verknüpft sie mit der Patientenakte und sichert sie. Bei nur wenig Bildgebung kann anfangs eine einfachere Lösung genügen, wegen der grossen 3D-Daten und der langen Aufbewahrung führt aber meist kein Weg an einem richtigen Archiv vorbei.
Ja. avenios ist IT-Partner für Arztpraxen und Zahnarztpraxen in der Deutschschweiz und betreut die komplette Praxis-IT: Dental-Software-Umfeld, digitale Bildgebung, Netzwerk, Backup und Sicherheit, herstellerneutral und aus einer Hand. Von der Planung einer neuen Praxis bis zum laufenden Betrieb begleiten wir die technische Seite, damit Software und Geräte zuverlässig zusammenspielen.
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