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Telemedizin in der Schweiz

Christoph Kuling, Gründer & IT-Berater
Veröffentlicht: 3. März 2026
Aktualisiert: 3. März 2026

Chancen, IT-Anforderungen und rechtliche Grundlagen für eine zukunftsfähige Arztpraxis in der Schweiz – so integrieren Sie die Telemedizin erfolgreich in Ihren Alltag.

Auf einen Blick (TL;DR): Telemedizin ist für Schweizer Arztpraxen eine praxistaugliche Ergänzung der Präsenzmedizin. Die Videosprechstunde ist der häufigste Einstiegspunkt und lässt sich mit überschaubarem Aufwand einrichten. Voraussetzungen: DSG-konforme Plattform mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, stabile Internetanbindung mit Failover, Netzwerksegmentierung und MFA. Telemedizinische Leistungen sind im TARMED abrechenbar. avenios unterstützt bei der technischen Einrichtung und PVS-Integration.

Telemedizin ist weit mehr als ein Corona-bedingter Notbehelf: Sie ist ein nachhaltiger Baustein für moderne, patientenorientierte Arztpraxen in der Schweiz. Für Praxisgründer, die ihre Abläufe von Beginn an digital gestalten möchten, bietet sie konkrete Vorteile – von verbesserter Erreichbarkeit über effizientere Sprechstundenplanung bis hin zur engmaschigen Betreuung chronisch kranker Patienten.

Was ist Telemedizin – und welche Formen gibt es?

Telemedizin bezeichnet die Erbringung medizinischer Dienstleistungen über räumliche Distanzen hinweg, gestützt auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Für Schweizer Arztpraxen sind heute folgende Anwendungsformen besonders relevant:

  • Videosprechstunde: Echtzeit-Videokonsultation zwischen Arzt und Patient – für Verlaufskontrollen, Befundbesprechungen, psychiatrische Gespräche oder die Triage akuter Beschwerden.
  • Telekonsil (Arzt-zu-Arzt): Sichere digitale Fallbesprechung zwischen Hausarzt und Spezialist – beschleunigt die Diagnose und vermeidet unnötige Doppeluntersuchungen.
  • Remote Patient Monitoring (RPM): Fernüberwachung von Vitaldaten (Blutdruck, Blutzucker, EKG) bei chronisch Kranken zuhause – proaktive Betreuung ohne Praxisbesuch.
  • Asynchrone Kommunikation: Patienten stellen Anfragen über ein sicheres Portal; der Arzt antwortet zeitversetzt – senkt das Telefonaufkommen in der Praxis.
  • Store-and-Forward: Zeitversetzte Übermittlung von Bildmaterial (Dermatologie, Radiologie) an Spezialisten zur Befundung.
  • Die Videosprechstunde ist der häufigste Einstiegspunkt. Sie lässt sich mit überschaubarem Aufwand einrichten und wird von Patienten gut akzeptiert.

    Vorteile für Praxen und Patienten

    Eine gut implementierte Telemedizin-Strategie bringt messbaren Nutzen auf beiden Seiten.

    Für Ihre Praxis:

  • Effizientere Planung: Kurze Verlaufskontrollen per Video dauern kürzer als Präsenztermine inklusive Warte- und Rüstzeit – das schafft Kapazitäten für komplexe Fälle.
  • Weniger No-Shows: Virtuelle Termine werden häufiger wahrgenommen, da sie bequemer sind – die Ausfallrate sinkt nachweislich.
  • Grössere Reichweite: Patienten mit eingeschränkter Mobilität, langen Anfahrtswegen oder vollem Terminkalender können unkompliziert betreut werden.
  • Modernes Praxisimage: Praxen mit digitalem Angebot positionieren sich als patientenfreundlich und zukunftsorientiert.
  • Für Ihre Patienten:

  • Kein Weg zur Praxis, kein Wartern im Wartezimmer
  • Reduziertes Infektionsrisiko – besonders wertvoll für immungeschwächte oder ältere Personen
  • Niedrigschwelliger, diskreter Zugang für sensible Themen
  • Bessere Einbindung chronisch Kranker in die kontinuierliche Verlaufsbetreuung
  • IT-Anforderungen: Was braucht eine Praxis wirklich?

    Software – das Herzstück der Telemedizin:

    Wählen Sie eine zertifizierte, DSG-konforme Videosprechstunden-Plattform mit folgenden Merkmalen:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der gesamten Kommunikation (Video, Audio, Chat, Dateiaustausch)
  • Serverstandort Schweiz oder EU/EWR – minimiert rechtliche Unsicherheiten bei der Datenübermittlung
  • Webbasierte Lösung ohne Softwareinstallation auf Patientenseite – Zugangshürde so tief wie möglich halten
  • PVS-Integration: Terminplanung direkt aus dem Praxisverwaltungssystem, automatische Datenübernahme, Dokumentation in der elektronischen Krankengeschichte
  • Hardware in der Praxis:

  • Moderner Computer oder Laptop mit Webcam und Mikrofon
  • Qualitatives Headset für störungsfreie, diskrete Kommunikation
  • Kabelgebundene LAN-Verbindung – stabiler und ausfallsicherer als WLAN
  • Optionaler zweiter Bildschirm: Videokonferenz auf einem, PVS auf dem anderen
  • Netzwerk und Sicherheit:

  • Redundante Internetanbindung mit Failover (z.B. Glasfaser + 5G-Backup) – ein Verbindungsunterbruch mitten in einer Videosprechstunde ist nicht tolerierbar
  • Netzwerksegmentierung: Telemedizin-Kommunikation läuft über ein gesichertes VLAN, getrennt vom Gäste-WLAN
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Zugänge zur Telemedizin-Plattform
  • Verschlüsselte Datenspeicherung nach der 3-2-1-Backup-Regel für alle anfallenden Daten
  • Rechtliche Grundlagen in der Schweiz

    Datenschutz (nDSG): Das revidierte Datenschutzgesetz (in Kraft seit September 2023) verlangt für die Verarbeitung von Gesundheitsdaten – also auch bei Videosprechstunden – eine informierte Einwilligung der Patienten, angemessene technische Schutzmassnahmen (TOMs) und eine transparente Datenschutzerklärung. Bei externen Plattformanbietern ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Schweizer DSG zwingend.

    Ärztliche Sorgfaltspflicht: Die Sorgfaltspflicht gilt uneingeschränkt auch bei telemedizinischen Behandlungen. Im Einzelfall muss geprüft werden, ob eine Videosprechstunde dem medizinischen Standard entspricht oder ob eine körperliche Untersuchung notwendig ist. Nicht jede Konsultation eignet sich für das digitale Format.

    Abrechnung (TARMED): Telemedizinische Leistungen sind im TARMED-Tarifsystem abgebildet. Es gibt spezifische Positionen für Video- und Telefonkonsultationen. Prüfen Sie kantonale Unterschiede und allfällige Vereinbarungen mit Krankenkassen – im Zweifelsfall direkte Klärung mit dem Krankenkassenverband oder der kantonalen Ärztegesellschaft.

    Dokumentation: Jede Videosprechstunde muss genauso sorgfältig dokumentiert werden wie ein Präsenztermin – inklusive Begründung für das telemedizinische Format und Aufklärung des Patienten über mögliche Einschränkungen.

    Checkliste: Telemedizin sicher einführen

  • 1. Bedarfsanalyse: Welche Patientengruppen und Konsultationstypen eignen sich für Telemedizin in Ihrer Praxis?
  • 2. Plattform auswählen: DSG-konform, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, PVS-kompatibel, Serverstandort Schweiz/EU
  • 3. IT-Infrastruktur prüfen: Internetanbindung, Hardware, Netzwerksicherheit – gemeinsam mit Ihrem IT-Partner anpassen
  • 4. Datenschutz regeln: AVV mit Plattformanbieter abschliessen, Patienteneinwilligung und Datenschutzerklärung aktualisieren
  • 5. Abrechnung klären: Relevante TARMED-Positionen identifizieren, ggf. mit Krankenversicherern abstimmen
  • 6. Team schulen: Praxisteam mit der Plattform vertraut machen, Abläufe für virtuelle Sprechstunden definieren
  • 7. Patienten informieren: Website, Praxisaushang, Terminbestätigung – aktiv über das neue Angebot kommunizieren
  • 8. Notfallprozess definieren: Vorgehen bei technischen Störungen oder medizinischen Notfällen während der Videosprechstunde festlegen
  • Fazit

    Telemedizin ist kein Zukunftsthema mehr – sie ist heute für Schweizer Arztpraxen eine praxistaugliche Ergänzung der Präsenzmedizin. Mit der richtigen IT-Infrastruktur, einer DSG-konformen Plattform und klar definierten Abläufen lässt sie sich bereits bei der Praxisgründung integrieren. Richtig eingesetzt verbessert sie die Patientenversorgung, entlastet das Praxisteam und stärkt die Positionierung der Praxis als moderner, patientenorientierter Leistungserbringer in der Schweiz. avenios unterstützt Sie bei der technischen Einrichtung, der PVS-Integration und der datenschutzkonformen Umsetzung – vom ersten Gespräch bis zum laufenden Betrieb.

    Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

    Wir beraten Sie gerne unverbindlich zu Ihren individuellen Anforderungen.

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    CK

    Christoph Kuling

    Gründer & IT-Berater, avenios GmbH

    Über 10 Jahre Erfahrung in IT-Infrastruktur und Managed Services für medizinische Einrichtungen in der Deutschschweiz.

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